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Opferschutz

Nebenklage
Adhäsion


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Wenn Sie...


infolge einer Straftat verletzt worden sind, sollten Sie wissen, dass die §§ 395 bis 402 StPO die Nebenklage als Beteiligung des Verletzten am Verfahren regeln. Wer anschlussbefugt (§ 395 StPO) ist, kann sich der erhobenen öffentlichen Klage oder dem Antrag im Sicherungsverfahren mit der Nebenklage anschließen. Dem Nebenkläger stehen im Strafverfahren besondere Rechte zu, die der Verletzte ansonsten nicht hätte.

So ist er unter anderem zur Hauptverhandlung zu laden, hat ein eigenes Anwesenheitsrecht und ist mit  bestimmten weitergehenden Rechten ausgestattet, die ansonsten nur dem Verteidiger oder dem Staatsanwalt zustehen würden.

Dem Nebenkläger ist unter bestimmten - im Gesetz geregelten - Voraussetzungen auf Antrag ein Rechtsanwalt als Beistand zu bestellen (§ 397a StPO), der dann die Interessen des Nebenklägers / der Nebenklägerin vertritt.

Die §§ 403 bis 406c der Strafprozessordnung regeln das sog. Adhäsionsverfahren. Mit diesem Verfahren werden vermögensrechtliche Ansprüche des Verletzten oder dessen Erben verfolgt, die aus der Straftat erwachsen sind und noch nicht anderweit gerichtlich anhängig gemacht sind. Es handelt sich sozusagen um eine zivilrechtliche Entscheidung des Strafrichters innerhalb ein und desselben Strafverfahrens.

Beispiel: A wird angeklagt, den B durch eine gefährliche Körperverletzung erhebliche Verletzungen beigebracht zu haben. B (Verletzter und Zeuge) ist das Auftreten in der Hauptverhandlung unangenehm und er möchte ein weiteres Zusammentreffen  im Rahmen eines Zivilprozesses wegen des Schmerzensgeldes mit A (Angeklagter) vermeiden und beauftragt Rechtsanwalt X damit, einen Adhäsionsantrag im Strafverfahren zu stellen.

Im Adhäsionsverfahren ist unter bestimmten Voraussetzungen dem Antragsteller und dem Angeschuldigten auf Antrag Prozesskostenhilfe zu bewilligen.